Der flämisch-wallonische Konflikt und die Lösung über den europäischen Weg

Westlich von Deutschland liegt ein Land dessen Hauptstadt Brüssel zwar in aller Munde ist, von dessen nationaler Politik und gesellschaftlicher und kultureller Kriese man aber kaum Notiz nimmt – Das Königreich Belgien.

Die nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches in viele Herzogtümer und Grafschaften zerfallene Provinz Belgica1 wurde erst durch das Haus Burgund, welches von den spanischen und österreichischen Zweigen der Habsburger beerbt wurde, 1477 wieder zusammengeführt. Napoleon annektierte die belgischen Gebiete nach der französischen Revolution und leibte sie dem französischem Staat ein, doch der Wiener Kongress teilte diese 1815 den Niederlanden zu, wodurch der Widerstand in Belgien weiter zunahm und in die Belgische Revolution 1830 mündete. Belgien wurde unabhängig.

Belgien mit seinen heute 10,5 Millionen Einwohnern ist 30.528 km² groß und ist seit der Unabhängigkeit von den Niederlanden 1830  eine parlamentarische Monarchie unter dem Haus Sachsen-Coburg. Man kann sich nun Fragen, wie ein Land ohne Monarchie einen Königsfamilie bekommt: Die Belgier wählten ihren König schlicht und ernannten Leopold von Sachsen-Coburg zum „König der Belgier“. Dieser Titel drückt die besondere Rolle des Staatsoberhauptes aus – der belgische König ist der König der Bevölkerung und ist somit eine besondere Integrationsfigur für den Belgischen Gesamtstaat.2

Die Verfassung stellt den König über ideologische und religiöse Überlegungen, politische Meinungen und Diskussionen und über wirtschaftliche Interessen. Er ist Schiedsrichter und Hüter der Einheit und der Unabhängigkeit des Landes.3

Kulturell ist Belgien in drei Sprachgebiete Unterteilt. Es sind die niederländischsprachige Gemeinschaft Flandern  im Norden des Landes, die französischsprachige Gemeinschaft Wallonien und seit der Annotation nach dem Ersten Weltkrieg die kleine deutschsprachige Gemeinschaft an der Grenze zur Bundesrepublik. Diese Gemeinschaften sind historisch gewachsen befinden sich in einem ständigen Konflikt. Besonders die Großgemeinschaften der Flandern und Wallonen stehen sich teilweise feindschaftlich gegenüber.

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