Bioenergie-Region „in Gefahr“

mei Salzwedel. „Was hindert die Grünen daran, eindeutig gegen die Forschung zu sein?“, provozierte Dr. Ernst Allhoff von der Bürgerinitiative (BI) „Kein CO2-

Endlager Altmark“ gestern Mittag im Salzwedeler „Eisen Carl“ eine klare Antwort vom Bundestagsfraktions-Chef der Grünen, Jürgen Trittin. Nach dem FDP-Generalsekretär Christian Lindner war Trittin der zweite Bundespolitiker, der zur Wahlkampfunterstützung nach Salzwedel gekommen war. Morgen wird Trittins Kollege von den Linken, Gregor Gysi, in der Hansestadt erwartet.

„Wir brauchen eine Regierung, die hier für Klarheit sorgt“, spielte der grüne Politiker auf die bevorstehende Landtagswahl an. Denn die Grünen würden das CCS-Gesetz, das die Kohlendioxidverpressung möglich macht, ablehnen. Die Kanzlerin würde mit den CDU-Ministerpräsidenten der Länder gern beim gemütlichen Abendessen über so wichtige Entscheidungen reden und sie auf ihre Seite bringen, erklärte Jürgen Trittin weiter. „Wir jedenfalls lassen da keine Hintertür offen“, positionierte sich der Bundespolitiker.

Zweites wichtiges Thema waren die erneuerbaren Energien und hier die Entwicklung der Altmark als Bioenergie-Region. 340 000 Arbeitsplätze habe es 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien gegeben, und davon habe Sachsen-Anhalt „enorm profitiert“. Trittins Prognose, dass 2010 rund zwölf Prozent des Stroms alternativ erzeugt werden, sei bundesweit um sechs Prozent übertroffen worden. In Sachsen-Anhalt, freute sich der Politiker, werden über 15 Prozent des Stroms aus Windenergie gewonnen. Damit liege das Bundesland 50 Prozent über dem deutschen Durchschnitt. Trittin sieht diese Entwicklung durch längere AKW-Laufzeiten gefährdet und das CCS-Gesetz als Rechtfertigung für neue Kohlekraftwerke. Dies seien „Bremsen für den Ausbau erneuerbarer Energien und damit neuer Arbeitsplätze“.

Der Artikel entstammt der Altmark-Zeitung vom 8. März 2011.  http://www.az-online.de/nachrichten/altmarkkreis-salzwedel/salzwedel/bioenergie-region-gefahr-1153676.html

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