Bündnisgrüne Politiker besichtigen stillgelegte CCS-Verpressungsanlage

Bündnisgrüne Politiker trafen sich gestern an der Verpressungsanlage mit Mitgliedern der Bürgerinitiative "Kein CO2-Endlager Altmark, von links Karl-Heinz Friedrich, Dorothea Frederking, Christfried Lenz, Christian Franke und Regionalmanagerin Stefanie Michaelis.

Salzwedel (ue). Die Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking (Bündnis 90/Grüne) geht davon aus, dass Sachsen-Anhalt am 23. September im Bundestag dem CCS-Gesetz, das die unteriridische Verpressung von CO2 regelt, zustimmen wird. Dahingehend interpretierte die Politikerin die nun vorliegende Antwort auf ihre Kleine Anfrage gestern während ihres Besuches in Salzwedel. Die Antwort der Landesregierung enthält zwar keine eindeutige Positionierung, Dorothea Frederking verweist jedoch auf den Passus, dass Forschung und Erprobung im technischen Maßstab notwendig sei, „um die Einhaltung der hohen zu fordernden Sicherheits- und Umweltanforderungen mit hinreichender Belastbarkeit nachweisen zu können“.

Eine klare Positionierung vermisst Dorothea Frederking auch zu einer etwaigen Fortsetzung des Forschungsprojektes Clean. Innerhalb des Projektes sollte untersucht werden, ob durch CO2-Injektion die Ausbeute des altmärkischen Erdgasfeldes erhöht werden kann (die Volksstimme berichtete). Aus Sicht der Landesregierung sind die Forschungsergebnisse nur eingeschränkt aussagefähig, da kein CO2 verpresst wurde. Handlungsbedarf für die Altmark wird ebenfalls nicht gesehen. Die Landesregierung verweist auf GDF Suez. Das Unternehmen habe sich dahingehend geäußert, „dass eine CO2-Anwendung zurzeit keine Priorität hat“. „Die Antwort stellt in keinster Weise zufrieden“, so das Fazit von Frederking.

Dorothea Frederking sowie die Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm und Stephan Kühn hatten sich gestern an der Verpressungsanlage in Maxdorf mit Vertretern der Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager-Altmark“ getroffen, die den Besuchern das aus ihrer Sicht vorhandene Gefährdungspotenzial sowie die Bohrlochproblematik in der Region erläuterten. „Wir werden ein wirklich schlechtes Gesetz haben, das nicht angewendet wird“, prognostizierte Cornelia Behm angesichts der enthaltenen Ausschlussmöglichkeit von Regionen von der Verpressung.

Die Gäste aus Berlin und Magdeburg informierten sich anschließend bei der regionalen Planungsgemeinschaft über den Stand des Projektes Rubires. Mehr dazu in einer unserer nächsten Ausgaben.

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