Bündnisgrüne veranstalteten Diskussionsabend zur Breitbandversorgung in der Region

Von Torsten Adam (Volksstimme)


Salzwedel. Die flächendeckende Internetbreitbandversorgung in der Region stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, zu der der Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen am Freitagabend in die Salzwedeler Gaststätte Eisen-Carl eingeladen hatte.

Konstantin von Notz, netzund innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, sprach von einer notwendigen Gesetzesinitiative zu einem sogenannten Universaldienst, um die “ digitale Spaltung der Gesellschaft “ zu verhindern. Das würde einen flächendeckenden Mindeststandard bezüglich der Internetgeschwindigkeit bedeuten. Dieser liege beispielsweise in Finnland bei 1 Megabyte ( MB ) pro Sekunde, in der Schweiz bei 0, 6 MB pro Sekunde, sagte Axel Schulz, im Landratsamt zuständiger Mitarbeiter für die Breitbandversorgung im Altmarkkreis. Dies sei nicht viel, räumte er ein. Aber immer noch besser als zum Beispiel der derzeitige Stand in vielen Dörfern. “ Über die Hälfte der Haushalte in meinen Ortschaften haben nur 0, 384 MB pro Sekunde „, erklärte Chüdens Ortsbürgermeister Dr. Ulrich Ungewickell. Wie sein Brietzer Amtskollege Wolfgang Kappler sieht er in der LTE-Lösung eine gute Möglichkeit, den ländlichen Raum kurzfristig zu versorgen. Diese Funktechnologie, die momentan rund um Salzwedel von Vodafone vorangetrieben wird, hat eine Leistung von bis zu 50 MB je Sekunde. Kappler glaubt, dass sich die Mobilfunkriesen die weißen Flecken auf der Landkarte bereits aufgeteilt haben. Denn neben Vodafone sei hierzulande kein anderes Unternehmen diesbezüglich aktiv. Der “ Magenta-Riese “ hülle sich in Schweigen, sagte Dr. Ungewickell.

Konstantin von Notz glaubt indes, dass die LTE-Funktechnik nur teilweise eine dauerhafte Lösung sein kann. Denn die Zukunft des gesellschaftlichen Lebens liege im Internet. Und Glasfasertechnik sei hinsichtlich der Weiterentwicklung der Übertragungsgeschwindigkeit erfolgversprechender. Auch Eka von Kalben, deren Eltern in Vienau leben, ist sich sicher, dass die Nachfrage nach schnellem Internet vor allem bei den Älteren steigen wird. Die Kontaktaufnahme per Mausklick könne auch ein Ausweg aus der Einsamkeit im Alter sein, schätzte die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der Bündnisgrünen ein.

In Schleswig-Holstein haben mehrere Stadtwerke Zweckverbände gegründet, um ihre Kunden mit schnellem Internet per Glasfaserkabel zu versorgen, sagte Konstantin von Notz. Ein Modell, das bald auch in der Altmark Schule machen könnte. Zwar gibt es in Salzwedel keine Stadtwerke-Strukturen mehr. Aber unter der Regie beider altmärkischen Landkreise könnten die Kommunen ebenfalls einen gemeinsamen Zweckverband gründen, blickte Axel Schulz voraus. In den neuen Bundesländern seien nach der Wende durch den Ausbau des Telefonnetzes massiv Glasfaserleitungen verlegt worden. Dieser hohe Kostenfaktor falle somit weg. Es müsste nun nur noch die “ letzte Meile „, das Stück von den Verteilern zu den Haushalten, überbrückt werden. Die Kommunen tragen die Kosten für die Leerrohre. Interessierte Telekommunikationsfirmen ziehen die Glasfaserkabel durch. Die Kostendeckung für den Zweckverband wäre erreicht, wenn die Hälfte aller altmärkischer Haushalte mitmache. Axel Schulz hält dieses Ziel für realistisch. In Schleswig-Holstein sei eine durchschnittliche Anschlussquote von 92 Prozent erreicht worden.

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