Christian Franke: „Jahrtausende […] haben das Gesicht Europas vernarben lassen“

Seit längerer Zeit arbeite ich bereits  an meinem eurpapolitischen Essay „Europa entstehen lassen“. Mit diesem Essay möchte ich meine europapolitische Meinung kund tun und dazu aufrufen, dass Europa, welches sich große Europäer, wie der französische Außenminister und Nobelpreisträger Aristide Briand, sich erträumt haben, entstehen zu lassen.

Briand spricht bereits 1929 von einem Band, dass die Nationen Europas verbinden wird:

„Mit einiger Sorge, ja, ich möchte fast sagen, mit einiger Unruhe, die in mir eine gewisse Furcht erweckt, die ich zu entschuldigen bitte, schneide ich hiermit ein anderes Problem an. Während der letzten Jahre habe ich mich an einer aktiven Propaganda für eine Idee beteiligt, die man freundlicherweise als großzügig bezeichnete, vielleicht, um sie nicht als unvorsichtig bezeichnen zu müssen. Diese vor langen Jahren geborene Idee, welche die Vorstellungskraft der Philosophen und Richter beschäftigte und ihnen sozusagen einen Achtungserfolg einbrachte, hat durch den ihr eigenen Wert im Geist der Menschen Fortschritte gemacht. Es hatte schließlich den Anschein, als entspräche sie einer Notwendigkeit.  Die Verfächter dieser  Idee haben sich vereint, um sie zu verbreiten, um den Geist der Nationen in stärkerem Maße von ihr zu erfüllen, und ich bekenne, dass ich mich unter ihren Verfechtern befunden habe. […]

Ich bin der Auffassung, dass zwischen Völker, deren geographische Lage so ist wie die der Völker Europas, eine Art föderatives Band bestehen muss, diese Völker müssen jederzeit die Möglichkeit haben, miteinander in Verbindung zu treten, über ihre Interessen zu beraten, gemeinsam Entscheidungen zu fassen, untereinander ein Band der Solidarität zu schaffen, das ihnen erlaubt, zu gegebener Zeit einer ernsten Lage, falls eine solche entsteht, gegenüberzutreten. Dies ist das Band, um dessen Bildung ich mich bemühen möchte.“

(Auszug aus Briands Rede vor der 10. Versammlung des Völkerbundes am 5. September 1929)

„Jahrtausende voller Machtkämpfen Kriegen und Gewalt haben das Gesicht Europas vernarben lassen.“, mit diesem Satz werde ich mein Essay einleiten. Der Inhalt des Satzes ist auch eine Begründung dafür, warum überhaupt die europäische Idee geboren wurde: Kriege auf dem Europäischen Kontinent sollten der Vergangenheit angehören, indem Staaten Souveränität teilen und auf sich angewiesen sind.

Der Song „Europa“ der Band Globus drückt eben diesen Wunsch eines in Frieden geeinten Europas aus.

Hier ein Textauszug aus der deutschen Übersetzung:

[…] Europa, Europa|Finde bessere Tage vor uns|In Güte, in der Seele|Führ uns zu einer größeren Berufung|Leningrad, Berliner Mauer|Marsch auf Rom, Bzyantinischer Untergang|Blitzkrieg, Dresdner Nächte|[…] Nie wieder!

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