Demonstrationsbericht Insel 21.01.2012

Zum dritten Mal in diesem Jahr fand diesen Samstag wieder die Demonstration einer Minderheit von rund 50 der insgesamt 400 Dorfbewohner in Insel statt. Die Demonstranten hatten ihr einziges Transparent auch dieses Mal wieder dabei auf dem geschrieben stand „Wir sind keine Insel für Straftäter“.

Die Demonstration fand wie am 7. Januar in der Einmündung zu der Straße der beiden hinzugezogenen Ex-Häftlingen statt. Also nicht, wie wohl am 14. Januar wohl vor dem Gemeindehaus, wo es durch ein Eisentor eine klare Separation von den Neo-Nazis gab. Nun fand heute eine Feier im Gemeindehaus statt, wodurch die Verlagerung der Demonstration an den Platz vom 7. Januar zu rechtfertigen ist. Spannend wird daher der Platz an dem die Demo am 28. Januar stattfinden wird. Ich tippe auch die Einmündung von heute.
Zu den 50 Dorfbewohnern gesellten sich diesmal 27 Neo-Nazis, welche durch eine lockere Polizeikette auf den Abstand von sage und schreibe zwei Metern gehalten wurden. Damit ist die von uns GRÜNEN geforderte Separation nur geringfügig erfolgt. Die Neo-Nazis hatten diesmal auch keine Transparente bei. Sie waren verhältnismäßig ruhig und durch ihre artikulierten Forderungen, als auch die Lautstärke, nicht von den dorfeigenen Demonstranten zu unterscheiden. Teilweise waren die dorfeigenen Demonstranten sogar lauter, da sie Vuvuselas (laute Plastiktröten) mitbrachten. Ich vermute, dass Neonazis sich so verhielten, um die dorfeigenen Demonstranten nicht zu verschrecken und um aufgebaute Sympathie nicht zu verspielen. Beweise habe ich für diese Vermutung jedoch nicht.

Betreut wurde die Demonstration von einer Hundertschaft der Polizei und 30 SEK-Beamten, da mit einem weit höheren Aufkommen der Rechten (rund 150) gerechnet wurde.

Wechselseitig wurden (ich zählte einen 4-zu-4-Gleichstand) Sprechchöre mit „Raus aus Insel“ begonnen. Dabei unterstützte die jeweils andere Demonstrationsgruppe immer direkt die jeweils andere, wodurch die Rufe verstärkt wurden. Damit gab es in der verbalen Artikulation der Interessen keine Veränderung zu vorangegangenen Demonstrationen. Die sehr geringe räumliche Trennung hat faktisch nichts bewirkt.

Teilweise wurde versucht von der Seite der aus Insel stammenden Demonstranten mit gereimten Sprüchen zu agieren. Das wurde aber sehr rasch Aufgegeben. Ich habe den einen geäußerten Spruch akustisch nicht verstanden. Frau Berg war nicht anwesend, Herr von Bismarck war jedoch auszumachen.

Als Medienvertreter waren der MDR-Hörfunk und das MDR-Fernsehen, Radio SAW und die Redakteure der Altmark-Zeitung und Volksstimme anwesend. Folglich gibt es eine Verringerung des medialen Interesses im Vergleich zur ersten Demo in diesem Jahr am 7. Januar.

Die Demonstration wurde dieses Mal von einer augenscheinlich mit der Situation überforderten jungen Frau angemeldet, was den Eindruck erweckt, dass Sie vorgeschickt wurde und die Demonstrationen wöchentlich durch andere angemeldet werden.

Nach dem Ende der Demonstration wurde die junge Frau von Medienvertretern befragt. U.a. wurde sie gefragt warum sie die Neo-Nazis nicht weggeschickt habe, da diese, wie bisher bei den vorangegangenen Demonstrationen in diesem Jahr auch diesmal wieder das Angebot gemacht haben, dass sie nicht mehr nach Insel kommen, wenn die dorfeigenen Demonstranten dies klar fordern würden. Als Antwort sagte sie den Pressevertretern, dass die dorfeigenen Demonstranten sich nicht darüber einig sind und einige die Forderung nach dem Fernbleiben der Neonazis ablehnen. So entschied die junge Frau als Versammlungsleitung sich anscheinend lieber für die vorab festgelegte Separation. Damit ist bewiesen, dass es innerhalb der dorfeigenen Demonstranten eine Gruppierung gibt, die offen mit den Neonazis sympathisiert. Eine Vermutung, die bereits bei vorangegangenen Demonstrationen auszumachen war.

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