Diskussion um die Fahrbibliothek der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel ist eine Farce

Zu aktuellen Diskussion zum Thema Bücherbus im Kreistag erklärt Christian Franke, Sprecher der Grünen im Altmarkkreis:

„Jeder für sich, anstatt im Gemeinsamen das Beste zu suchen: Missgunst, Unwissenheit und Kirchturmdenken bestimmen weiterhin die Debatte um den Bücherbus.“, so fast Christian Franke zusammen.

Er erklärt: „In vielen Landgemeinden kommen der Bäcker, der Fleischer und die sozialen Dienste in die Orte. Die Menschen werden, bedingt durch den demographischen Wandel, in Zukunft verstärkt auf diese Dienste zurückgreifen wollen und müssen. Umso wichtiger ist es, dass auch die Kultur den Weg ins Dorf findet, denn die Städte sind besonders für viele ältere Menschen zu weit entfernt, um viele Erledigungen zu verrichten. Aber auch der arbeitende Bevölkerungsanteil wird nach der Arbeit nicht noch in die Stadt zu Bibliothek fahren, nicht zuletzt, weil diese am Abend bereits geschlossen hat. Die Fahrbibliothek hingegen fährt auch am Abend über die Orte. Ebenso ist das Angebot des Bücherbusses für viele Schüler eine wichtige Informationsquelle und für Kindertagesstätten eine Bereicherung im Betreuungs-Alltag.“

„Ich bin im März einen ganzen Tag mitgefahren, habe mich lange mit allen Mitarbeitern unterhalten und so viele Erfahrungen und realistische Einschätzungen sammeln können. Die Mitglieder des Kreistages ziehen es aber lieber vor nach Dresden zu fahren, anstatt sich vor der Haustür zu informieren. Das Fachseminar in Dresden werte ich als Alibi-Veranstaltung. Was nützt es? Man weiß nach so einem Seminar noch lange nicht, wie die Realitäten vor Ort sind. Das ist peinlich.

Die zum Teil, in meinen Augen, diffamierenden Aussagen gegenüber dem Personal, wie ,Das System Bücherbus sollte effizient, wirtschaftlich, serviceorientiert und zukunftsorientiert ausgestattet werden.‘, implizieren, dass es angeblich heute nicht bereits so ist. Es ist zwar nicht verwunderlich, wenn sich Mitglieder des Kreistages nicht informieren und sich dann zu solchen Aussagen aufgefordert sehen, aber es zeigt auch die große Unwissenheit und das energische Festhalten an dieser. Wenn die Kreisverwaltung keinen Gesprächsbedarf sieht, wie Bibliotheksleiterin Bettina Mühe sagt, wird es sich wohl auch kaum ändern und das Misstrauen fortbestehen.

Unter zum Teil haarsträubenden Vorbehalten wird die eh in die Jahre gekommene Fahrbibliothek kaputt gesparrt. Wer weniger als mindestens 110.000 Euro im Jahr veranschlagt, nimmt das billigend in Kauf.“, so kritisiert Franke.

Abschließend erklärt Christian Franke: „ Ich hatte gehofft, dass nach der öffentlichen Diskussion im Mai mehr Klarheit und Gewissheit für die Fahrbibliothek herrscht, aber so nett und erfolgreich die Diskussion auch schien, so düster sieht die Zukunft weiterhin aus. Ich bedauere das sehr.“

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