Franke kandidiert für Chefposten

Der Salzwedeler Christian Franke will Chef der Grünen in Sachsen-Anhalt werden.

Salzwedel l Seine Heimat ist die Altmark. Hier wuchs er auf (Jahrgang 1992), engagierte sich im Salzwedeler Jugendstadtrat und ist seit 2009 Mitglied der Grünen. Seitdem hat er sich zweimal um ein Landtags- und einmal um ein Bundestagsmandat beworben, gehört seit 2014 dem Salzwedeler Stadtrat an und war 2014/2015 in Salzwedel Wahlkampfleiter von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke: Christian Franke studiert an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.

Zwei Frauen und ein Mann

Die Grünen des Landes wählen am Sonnabend bei ihrem Parteitag eine neue Führung, weil die bisherige Landeschefin Cornelia Lüddemann (sie wurde Fraktionschefin im Landtag) und Vorsitzender Sebastian Lüdecke (möchte sein Studium beenden) nicht mehr kandidieren werden. Neben Franke bewerben sich auch die Harzer Kreisvorsitzende und als Krankenschwester arbeitende Susan Sziborra-Seidlitz (38) und Halles Stadträtin und Lehrerin Melanie Ranft (41) um die zwei Chefposten.

„Ich bin zwar relativ jung, doch ich engagiere mich bereits seit einiger Zeit bei den Grünen“, sagte Christian Franke am Montag der Volksstimme. Ihm sei es besonders wichtig, ein „klares grünes Profil nach außen zu tragen“.

Denn es sei angesichts zweier politischer Regierungspartner schwieriger geworden, „eine eigenständige Politik zu machen“.

Zwar bestehe bei den Grünen die Vorgabe, Amt und Mandat zu trennen, allerdings sei für Franke im Falle einer Wahl nicht unbedingt zwingend, sein Amt als Stadtrat in der Hansestadt aufzugeben. Falls aber doch, sieht der Grüne keine Probleme mit Blick auf seine Nachfolge. „Da gibt es gute Leute.“

Als Manko für die Stadtratsarbeit sieht Franke, dass „wir keine Landtags- oder Bundestagsmitglieder im Gremium der Hansestadt haben“. Dies wäre jedoch ein „sehr wichtiger Anker und eine gute Sache“. Als positives Beispiel dafür nennt er die Rolandstadt Stendal, die in dieser Beziehung gut aufgestellt seien.

Sollte er zu einem der Landeschefs gewählt werden, will Franke jedoch kein Vollzeitpolitiker werden. Vielmehr „läuft das Studium parallel weiter.“

Denn es sei notwendig, „immer einen Plan B zu haben“, sagt Franke, der ein erfolgreiches Abschneiden bei der Wahl am Sonnabend in Magdeburg nicht als „ein goldenes Ticket für eine Landtags- oder Bundestagswahl-Kandidatur“ ansieht. Zumal das Amt des Landesvorsitzenden lediglich auf zwei Jahre begrenzt ist. Seit der Landtagswahl im März habe er seine politische Rolle gesucht und bereits vor Wochen seine Bewerbung um einen der Chefposten abgegeben.

Chancen stehen für Franke gut

Die Chancen, in den Landesvorsitz seiner Partei gewählt zu werden, stehen für Christian Franke aus Salzwedel gut. Denn die gleichberechtigten Vorsitzenden werden bei den Grünen in der Regel mit einer Frau und einem Mann besetzt.

Die Grünen in Sachsen-Anhalt zählten zuletzt rund 750 Mitglieder. Zum Parteitag in Magdeburg sind 82 Delegierte geladen.

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