Für eine echte Willkommenskultur

Am vergangenen Freitag besichtigten der grüne Landtagsabgeordnete Sören Herbst und Christian Franke, Salzwedeler Stadtrat und Kreissprecher der Grünen, die Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende und Flüchtlinge in der Hansestadt Salzwedel.

Dazu erklärt Christian Franke: „Wir wurden von Kreisdezernent Herrn Thiele, den wir aus einer früheren Besichtigung der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Gardelegen kennen, in Salzwedel empfangen. Dabei zeigte die GU in Salzwedel ein wesentlich negativeres Bild, als die Unterkunft in Gardelegen, die wir bereits in der ersten Jahreshälfte u.a. mit MdB Luise Amtsberg besichtigten.

Grundsätzlich ist es kritisch zu sehen, wenn das Asylheim wie in Salzwedel außerhalb der Stadt in einem Wald liegt. Willkommenskultur sieht anders aus. Zwar gibt es über den Rufbus eine Verkehrsanbindung in die Innenstadt, aber man macht es den Flüchtlingen so unnötig schwer Ärzte, Geschäfte und Läden aufzusuchen. Auch ein Kennenlernen von Salzwedelern und Asylsuchenden wird so erschwert.

Der Wille der Kreisverwaltung Asylsuchende und Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen, wird von uns sehr begrüßt. Ziel sollte es aber, wie in der Stadt Dessau sein, eine zentrale Unterbringung in Heimen komplett zu vermeiden. Wenn es dort funktioniert, warum sollte das nicht auch in unserem Landkreis funktionieren?“

Erst durch grünen Protest, besonders durch Sören Herbst, ist es gelungen die Unterbringung in Wohncontainern außerhalb Salzwedel zu verhindern, wodurch in Gardelegen zentral in der Innenstadt eine neue Unterkunft bereitgestellt wurde.
Sören Herbst sagt dazu: „Alle Kommunen in Sachsen-Anhalt müssen auf die durch Kriege und Konflikte bedingten Flüchtlingszahlen reagieren. Zwar ist es erfreulich, dass im Altmarkkreis Salzwedel eine Unterbringung in Containern vermieden werden konnte, jedoch muss die dezentrale Unterbringung in Wohnungen noch stärker ausgebaut werden. Der derzeitige Wohnungsleerstand jedenfalls lässt dies zu. Verdoppelte Asyl-Antragszahlen bedeuten, dass auch die aufnehmende Gesellschaft ihre Anstrengungen verdoppeln muss, für eine angemessene Unterbringung und Betreuung zu sorgen. Integration muss dabei von Beginn an im Mittelpunkt stehen. Dies funktioniert nur, wenn Flüchtlinge nicht in Massenunterkünften isoliert werden, sondern in Wohnungen in den Städten und Gemeinden untergebracht werden. Nachholbedarf hat der Altmarkkreis Salzwedel beim Thema Deutschkurse für Flüchtlinge. Wer sich nicht verständigen kann, für den ist Integration unmöglich.“

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