Grundschule Solpke: Grundschulverbund als Lösung prüfen statt Schulschließung!

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Zur Grundschule Solpke erklärt Christian Franke, Sprecher der Grünen im Altmarkkreis Salzwedel:

„Dass der Stadtrat von Gardelegen auf Grundlage einer Verwaltungsvorlage die Schließung der Grundschule Solpke diskutiert, verwundert sehr, da sich an der „Verordnung zur Schulentwicklung“ des Kultusministeriums, die die Mindestschulgröße von Grundschulen festlegt, nichts geändert hat. Die Überarbeitung steht erst noch an.

Auf Grund von Presseberichten über Vorschläge des Ministeriums eine verfrühte Entscheidung im Stadtrat treffen zu wollen, ist geradezu kurios.

Die Diskussionen in den Ortschaftsräten mit eigenen Schulstandorten wirkte Presseberichten nach, als ob man den Nachbardorf Solpke nichts gönne und politische Verantwortung an der Ortsgrenze halt mache. In einer Gemeinde aus einer Vielzahl von Orten, ist das allerdings nicht mehr der Fall. Wie wäre es mal damit, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, die alle Standorte erhält?

Schulstruktur muss sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren und darf nicht der Kultusbürokratie zum Opfer fallen. Schulen sind wichtige Kristalisationspunkte des dörflichen Lebens und sozialen Austausches. Nimmt man den Dörfern Schulen, reißt man ihnen – umgangssprachlich – das Herz raus.

Anstatt eine verfrühte Entscheidung zu treffen, sollte man lieber nach einer Möglichkeit suchen alle Schulstandorte zu erhalten. Die Gründung eines „Grundschulverbundes“, in dem sich mehrere Grundschulstandorte zusammenschließen und eine Einheit als Schule bilden, wäre eine prüfenswerte Alternative. So könnte man eine effektivere Lehrerauslastung bei geringen Schülerzahlen garantieren. Ebenso, wie eine wohnortnahe Beschulung, hätte dies pädagogische Vorteile. Es ist davon abzuraten jetzt die Schule schließen zu wollen, auch da sie erst einen neuen Werkraum bekommen hat und eine gute Turnhalle zur Verfügung steht. Konzepte des klassenübergreifenden Unterrichts sollten ebenfalls überprüft werden. Gerade an kleinen Schulen bieten diese bei Lehrermangel Vorteile. Studien zeigen auch, dass diese Konzepte bessere Lernerfolge liefern, da die jüngeren von den älteren Kindern lernen. Auch durch längeres gemeinsames Lernen, z.B. bis zur sechsten Klasse, könnten Dorfschulen erhalten und „Spätzünder“ besser in die Bildungslaufbahn integriert werden.

Gute Politik lebt nicht von schnellen Entscheidungen, sondern von der Suche nach der besten Lösung. Die liegt im Moment für uns Grüne noch nicht auf dem Tisch.“

UPDATE: Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung vom 04. Februar 2012 die Schließung vertragt. Daher das neue Statement hier: 

„Dass der Stadtrat von Gardelegen auf Grundlage einer Verwaltungsvorlage die Schließung der Grundschule Solpke diskutierte, verwundert sehr, da sich an der „Verordnung zur Schulentwicklung“ des Kultusministeriums, die die Mindestschulgröße von Grundschulen festlegt, nichts geändert hat. Die Überarbeitung steht erst noch an. Ich bin daher glücklich darüber, dass der Stadtrat die Entscheidung auf seiner gestrigen Sitzung vertragt hat und nach neuen Lösungen sucht.

Die Diskussionen in den Ortschaftsräten mit eigenen Schulstandorten wirkte Presseberichten nach, als ob man den Nachbardorf Solpke nichts gönne und politische Verantwortung an der Ortsgrenze halt mache. In einer Gemeinde aus einer Vielzahl von Orten, ist das allerdings nicht mehr der Fall. Wie wäre es mal damit, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, die alle Standorte erhält?

Die Gründung eines „Grundschulverbundes“, in dem sich mehrere Grundschulstandorte zusammenschließen und eine Einheit als Schule bilden, wäre eine prüfenswerte Alternative. So könnte man eine effektivere Lehrerauslastung bei geringen Schülerzahlen garantieren. Ebenso, wie eine wohnortnahe Beschulung, hätte dies pädagogische Vorteile.

Studien zeigen auch, dass diese Konzepte bessere Lernerfolge liefern, da die jüngeren von den älteren Kindern lernen. Auch durch längeres gemeinsames Lernen, z.B. bis zur sechsten Klasse, könnten Dorfschulen erhalten und “Spätzünder” besser in die Bildungslaufbahn integriert werden.

Durch einen Grundschulverbund hätte man bei der Standortsanierung auch weniger Probleme Fördermittel für Sanierungs-Projekte abzugreifen.

Schulstruktur muss sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren und darf nicht der Kultusbürokratie zum Opfer fallen. Schulen sind wichtige Kristalisationspunkte des dörflichen Lebens und sozialen Austausches. Nimmt man den Dörfern Schulen, reißt man ihnen – umgangssprachlich – das Herz raus.

Gute Politik lebt nicht von schnellen Entscheidungen, sondern von der Suche nach der besten Lösung. Die liegt im Moment für uns Grüne noch nicht auf dem Tisch.“

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