Grüne fordern Absage erneuter Demonstrationen im Altmark-Dorf Insel

Die altmärkischen Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen reagieren mit einiger Sorge und Ablehnung auf die Ankündigung einiger Bürger in Insel in den kommenden Wochen erneut für den sofortigen Wegzug der beiden Ex-Häftlinge, die nach ihrer Freilassung in das altmärkische Dorf gezogen sind, demonstrieren zu wollen.

Für die Altmark-Grünen Christian Franke (19), Pressesprecher der Grünen im Altmarkkreis Salzwedel, dazu:

„Wer die Vertreibung von Mitbürgern nicht nur fordert, sondern auch aktiv vorantreibt hat den Boden des Grundgesetzes längst verlassen. So müssen die Sorgen und Ängste der Menschen im Ort zwar erst genommen werden, aber Straftäter, die ihre Strafe verbüßt haben, auch als mit gleichen Rechten ausgestattete Mitbürger akzeptiert werden!

Jeder Mensch hat das Recht in Würde dort zu wohnen, wo er es möchte. Die Demokratie braucht in dieser Zeit politische Akteure, die um eine Lösung ringen. Die Landesregierung ist ihrer moderierenden Aufgabe jedoch viel zu spät und mit den falschen Signalen nachgenommen. Es bedarf der Verteidigung der Grundrechte und der Demokratie, auch wenn dies in diesem Fall für einige zu ungemütlich geworden ist.

Nach dem Zugeständnis der beiden Männer, den Ort verlassen zu wollen, erneut zu Demonstrationen aufzurufen, sorgt bei den grünen Kommunalpolitikern für Unverständnis. Eine friedlicher Ausgang wird dadurch erheblich erschwert und ein durch erheblichen Druck provozierte Vertreibung wäre eine Farce für die demokratische Kultur.

Die letzten Demonstrationen unter Tolerierung rechts gesinnter Krawallmacher erinnerten an dunkle Zeiten deutscher Geschichte, die meine Generation nur noch aus dem Lehrbuch kennt.

Wir Grüne fordern daher die Bürgerinnen und Bürger, die von ihrem Demonstrationsrecht gebrauch machen dazu auf, sich klar von den nationalsozialistischen Demokratiefeinden, die die Demonstration für ihre Propaganda ausnutzen wollen, zu distanzieren, die Demonstrationen zu unterlassen und das Angebot einer professionellen Moderation anzunehmen.

„Die beiden älteren Herren haben ein Recht auf einen Neuanfang. Ich werde am Samstag vor Ort sein, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass meine Heimat tolerant ist und Grundrechte geachtet werden. Ich hoffe, dass es mir viele gleich tun. Die friedliche Mehrheit im Dorf muss unterstützt werden.“

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