OHNE GRÜN KEIN QUEER!

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Menschenrechte und Bürgerrechte sind die Grundlage einer funktionierenden Demokratie. Nur wenn die Würde des Menschen, wie im deutschen Grundgesetz oder der europäischen Charta der Menschen, Verfassungsrang erhält und Berücksichtigung findet und auch in den Köpfen der Menschen als ein fest verankertes Gesetz existiert und zur Grundlage der Handlungen jedes Einzelnen wird, ist auch ein gleichberechtigtes Miteinander aller Menschen möglich. Genau dieses gleichberechtigte Miteinander ist das Ziel, welches Politik und Allgemeinheit gemeinsam anstreben müssen!

Missachtung, Diskriminierung und Gewalt sind unsere größten Feinde, denen wir uns entgegen stellen müssen, denn noch immer gibt es eine Vielzahl von Menschen in Deutschland und weltweit, denen ein gleichberechtigtes Leben verwehrt bleibt. Diese kämpfen weiterhin für Akzeptanz und Achtung.

Zu nennen sind die vielen Menschen aus den Entwicklungs- und Tigerstaaten, welche auf Grund falscher globalisierungspolitischer Entscheidungen der vornehmlich westlichen und hochindustrialisierten Welt, ein Nachsehen in den meisten Bereichen ihres Lebens haben, wenn wir uns „Ausbeuter“ als Vergleich heran ziehen. Doch sind gesellschaftlich benachteiligte Menschen auch in Europa zu finden. In dieses Raster fallen auch heute noch Behinderte, genauso wie MigrantInnen oder ältere Menschen, aber in besonders schwerem Maße auch Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Identität in einer vornehmlich heterosexuell geprägten Umwelt und Gesellschaft ein schweres Auskommen haben. Die Rede ist von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie von Transgendern, Transsexuellen und Intersexuellen. Zwar nicht primär in ihrer Existenz gefährdet, ist deren Situation dennoch teilweise sehr defizitär.

Explizit für diese gesellschaftlichen Minderheiten möchte ich mich einsetzen. Dort möchte ich mein Wissen und meine Erfahrungen, welche ich, da selbst schwul, als junger Homosexueller gemacht habe, einbringen und mich für eine wirkliche und vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlich l(i)ebender Menschen engagieren.

Ich fordere, dass das Messen mit zweierlei Maß im deutschen Recht aufhören muss! Gleichgeschlechtlich lebende Paaren müssen heiraten dürfen, die sexuelle Identität muss im Gleichheitsartikel unserer Verfassung, als auch in unserer Landesverfassung, Berücksichtigung finden, da nur Grundgesetz und Landesverfassung die höchste Stufe des rechtlichen Schutzes bietet und es muss ein Adoptionsrecht für allen Familien, ganz gleich ob verheiratet oder nicht verheiratet oder Regenbogenfamilien geben. Das fordere ich und dafür werde ich kämpfen, denn auch das ist soziale Nachhaltigkeit!

Johann Wolfgang von Goethe sagte einmal:“Toleranz sollte eigentlich nur eine vorrübergehende Gesinnung sein: Sie muss zu Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ Dem kann ich mich nur anschließen, denn wir brauchen keine Toleranz (lat. tolerare: ertragen), sondern Akzeptanz! Wir müssen noch viel Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, leisten und Vorurteile abbauen und zu zeigen, dass wir alle doch eigentlich ganz normal sind, auch dafür stehe ich.

Kurz um: Ohne Grün kein Queer, aber auch ohne Queer kein Grün!

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