Versprechen zur Abgrenzung zu Nazis bei Demonstranten für die Katz! Grüne werden weiterhin Zivilcourage zeigen!

„Ich bin unglaublich entsetzt von der Demonstration am 28.01.2012 in Insel. Wie kann man einen Tag nach dem 27. Januar, dem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, mit den Nazis gemeinsame Sache machen. Ich bin fassungslos.“, so konstatiert Christian Franke. 

Die Polizei hatte zwei rechtsgerichtete Männer zunächst von den Inseler Bürgern getrennt. Mit Zustimmung der Versammlungsleiterin schlossen sich die Männer dann den Protesten der Einwohner an und wurden klatschend empfangen.

Christian Franke, Altmark-Grüne, dazu: „Als Demokrat hat man mit Nazis nicht gemeinsame Sache zu machen – schon aus Prinzip nicht. Die Sympathie für die Nazis war zwar bei jeder Demonstration bisher auszumachen, so auch bei der Demo am 21. Januar wo, bei einer minimalen räumlichen Trennung von Nazis und demonstrierender Bevölkerungsminderheit aus dem Dorf, gemeinsame Sprechchöre gerufen wurden. Doch die gestrige Demonstration zeigte eine neue Schärfe der Sympathie! Nazis wurden „in die Mitte“ aufgenommen und herzlich willkommen geheißen! Skandalös ist das!“

Christian Franke sprach auch mit dem Ortschaftsrat Nico Stiller und resümiert: „Im Gespräch wurde mir noch einmal verdeutlicht, dass die Landesregierung aus CDU und SPD gepennt hat, als legitime Befürchtungen artikuliert wurden. Die normalen Kommunikationswege haben versagt. Vielleicht hätte ein schnelleres Einschreiten und Moderieren der Landesregierung viele Proteste verhindern können. Ich verdeutliche Nico Stiller eindringlich, dass die aktuellen Proteste dennoch absolut kontraproduktiv sind und die Situation nur verschlimmern und Politik so nicht auf die Bevölkerung zugehen kann. Herr Stiller zeigte sich jedoch völlig uneinsichtig.“

Die Demonstranten unterschrieben Unterschriftenlisten, in denen sie sich von den  Nazis distanzieren. Dazu merkt Franke kurz an: „Diese Pseudo-Distanzierung ist für die Katz!

„Es gibt einen Unterschied zwischen dem artikulieren von Befürchtungen und dem schüren von Angst – und die Demonstranten schüren Angst! Es tut mir leid um die stille Mehrheit in Insel, die, wenn sie denn Befürchtungen hat, bei dem ganzen Getöse, nicht gehört wird. Aber genau diese Anständigen muss die Politik mitnehmen und dafür Sorge tragen, dass ihre Befürchtungen abgebaut werden, um ein neues Miteinander im Dorf zu ermöglichen – bei den meisten Demonstranten hingegen ist Hopfen und Malz verloren.“

Mit einen Pullover mit der Aufschrift: „Für ein tolerante und weltoffene Altmark! Für Demokratie und Grundrechte – auch in Insel“ versuchte Franke einen Gegenpol zu bilden und Courage zu zeigen. Franke: „Courage kann weh tun. Hans-Jochen Tschiche musste sich von den Demonstranten Vorhaltungen machen und beschimpfen lassen, auch ich musste mir wegen meines Pullovers Schmährufe gefallen lassen. Das ist nicht schön, nicht nett und tut weh, aber ich werde standhaft bleiben und für die Grundrechte der beiden Männer kämpfen. Sie haben ein Recht darauf in die Gesellschaft integriert zu werden. Wir sollten Ihnen die Hand reichen und Ihnen diesen Weg erleichtern, anstatt dass sie und die, die sich für sie einsetzen beschimpft werden. Es geht schlicht um Zivilcourage und Anstand.“

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