Tierquälerei, Tiermessies, Tierrettungen in der Altmark

Meinen letzten politischen Termin des Jahres 2012 widmete ich dem Salzwedeler Tierheim, wo großartige Arbeit geleistet und Tieren wirklich geholfen wird. In meinem Gespräch mit dem Salzwedeler Tierschutzbund stellte sich aber auch heraus, dass es sehr viele Fälle von Tierquälerei und Tiermessies in der Altmark gibt.

In der letzten Zeit häuften sich die Fälle von Tierquälerei in der Altmark. Zuletzt wurden zwei Huskys nahe Kuhfelde entführt und einer brutal misshandelt, in Insel wurde ein Hund, sehr wahrscheinlich aufgrund zwischenmenschlicher Antipartien, mit einem Messer erstochen. Meine Gedanken sind bei den Besitzern und den Tieren, die dieses Leid ertragen müssen. Man fragt sich wie krank und pervers die Menschen doch sein müssen.

Tiermessies sind ebenso ein anscheinend zunehmendes Probem. So gab es eine Razzia in Altensalzwedel, bei der acht Hunde und ein Papagei gerettet wurden. In Henningen gab und gibt es ein Problem mit einem Tiermessie, der zeitweise bis zu 79 Hunde gehortet haben soll. In Ahlum gab es einen Fall von vermissten und verhungerten Pferden und Ziegen. Dies sind nur die bekanntesten Fälle.

Wir brauchen Hilfsangebote für Menschen, aber eben auch für die Tiere. Die Fälle zeigen aber auch, dass jeder von uns wachsam sein muss und die Augen offen halten sollte. Wenn wir den Verdacht haben, dass Tiere in unwürdigen Verhältnissen leben und man nicht direkt die Polizei rufen will, sollte man wenigstens den Tierschutzbund kontaktieren. Aber grundsätzlich sollte gelten, dass man Verstöße lieber einmal zu oft meldet, bevor es am Ende zu spät ist. Wir sehen leider, dass das Strafmaß bei Tierquälerei oft geringer ist, als ich es für moralisch geboten halte.

Es gibt aber auch in der Massentierhaltung organisierte Formen von Tierquälerei. Haltungsformen, bei denen Tiere ohne massiven Medikamenteneinsatz nicht bis zur Schlachtung überleben, haben mit Landwirtschaft nicht mehr zu tun. Dass in Neuekrug eine Familie, mit einem immunschwachen Kind, um die Gesundheit ihres Kindes fürchten muss, weil die Keimbelastung in dem Dorf durch eine Mastanlage extrem steigen würde, zeigt die kranken Auswüchse der industriellen Fleischproduktion.Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Umdenken bei unserem Umgang mit Tieren. Aus christlicher Sicht meine ich, wir sollten die, uns von Gott anvertrauten, Mitgeschöpfe nicht so schlecht behandeln, wie wir es heute mehrheitlich tun.

Abschließend noch ein Satz zu den Tierrettern in Stapen: Ich begrüße die Absicht, die hinter der Tierrettung in Stapen steckt und hoffe, dass die Auflagen des Kreises bald erfüllt  werden, damit die bisher erfolgte Steigerung der Lebensqualität der Schweine mit der Erfüllung der Sicherheitsstandarts einhergeht. Dabei sollte der Landkreis nicht nur kritisierend, sondern auch beratend zur Seite stehen. Die Aufregung die Schweine nicht schlachten zu wollen, verstehe ich allerdings nicht. Wer sind wir Fleischesser, dass wir Vegetariern und Veganern vorschreiben wollen, wie sie mit Tieren umgehen sollen?

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