Welt-AIDS-Tag – Vorurteile bekämpfen, anstatt sie zu schüren und Zwangstests verhindern!

Zum Welt-AIDS-Tag in Sachsen-Anhalt erklärt Christian Franke:

„In Deutschland leben 78.000 Menschen mit HIV, 620 Davon in Sachsen-Anhalt und jedes Jahr kommen rund 40 Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt dazu. Bis heute erfahren diese Menschen Diskriminierung. Dies wird vor allem auch im Arbeitsalltag deutlich. Auch die Angst vor Ansteckung ist weit verbreitet – obwohl man sich beim alltäglichen Umgang nicht infizieren kann. Dies führt immer wieder zu Ausgrenzungen oder Mobbing von Menschen mit HIV. Dagegen helfen nur Information, Aufklärung und Solidarität.

Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt will aber den entgegengesetzten Weg gehen. Sie will durch HIV-Zwangstests auf Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen, die im Bereich von HIV und AIDS als Risikogruppen gelten, setzen. Ausreichend für einen Zwangstest soll bereits sein, dass ,bestimmte Umstände eine erhöhte Infektionswahrscheinlichkeit begründen‘. Das trifft zum Beispiel auf Homosexuelle und Menschen aus Risikoländern (vor allem Afrika) zu. Bisher ist ein Test beim Verdacht einer HIV-Infektion nur dann möglich, wenn die Betroffenen dem zustimmen.

Ich stelle mich entschieden gegen diese Stigmatisierung und erkläre mich mit den HIV-infizierten Menschen solidarisch! Anstatt sich an solchen kritikwürdigen Projekten zu verkämpfen, sollte die Landesregierung lieber die AIDS-Selbsthilfe-Organisationen stärker fördern. Mit einer pro-Kopf-Aufwendung von nur 0,08 Euro pro Jahr stellt unser Land eines der Schlusslichter bei der AIDS-Prävention dar. Vergleichbare Länder wie Mecklenburg-Vorpommern mit 0, 24 Euro und Bayern mit 0,30 Euro investieren wesentlich mehr in diesem Bereich des Gesundheitsschutzes für die Bevölkerung.“

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