Hochwasserschutz muss mehr sein, als die Erhöhung von Deichen

Wir Leben im Zeitalter der menschengemachten Erderwärmung, der vermehrten Flächenversiegelung der Kanalisierung unserer Gewässer. Immer häufiger kommt es vor, dass unsere Flüsse die anfallenden Wassermassen nicht mehr aufnehmen können. Der fortschreitende Klimawandel sorgt dafür, dass immer mehr Feuchtigkeit in unserer Atmosphäre gelöst wird. Dadurch kommt es immer häufiger und immer großflächiger zu sogenannten Starkregen-Ereignissen. Wir hatten mit 2003, 2005 und 2013 in Deutschland innerhalb von elf Jahren DREI Jahrhunderthochwasser. Landwirte, mittelständische Betriebe und Hausbesitzer kämpfen in den Überflutungsgebieten um ihre wirtschaftliche Existenz. Jetzt heißt es mit dem Betroffenen solidarisch zu sein und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Bund und Länder haben in derVergangenheit zu sehr auf den technischen Hochwasserschutz, also auf die reine Erhöhung von Deichen gesetzt. Der ökologische Hochwasserschutz – Deich-Rückverlegung und Neubeschaffung von Überflutungsgebieten – wurde dagegen weitgehend vernachlässigt. Schon vor 2002 hat die internationale Kommission zum Schutz der Elbe etwa 35.000 Hektar als mögliche Flächen für Auenrenaturierung und Deichrückverlegung identifiziert. Realisiert oder in Umsetzung begriffen sind von diesen 35.000 Hektar im Moment unter 5 Prozent. Mehr Überflutungsflächen flussaufwärts und auch hier in der Region hätten zu geringeren Pegeln zu einer Entlastung der Deiche geführt. Ein Teil der Schäden, die hier in der Altmark entstanden sind, hätte man also vermeiden können.

Wir müssen uns jetzt neu aufstellen, alte Sichtweisen über Bord werfen und dafür sorgen, dass wir für das nächste Hochwasser wesentlich besser geschützt sind, denn das nächste Hochwasser das kommt bestimmt.

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